HERAKLION
Die Ausgrabungen von Agia Triada befinden
sich in schöner Lage nur 3 km westlich vom minoischen Palast von Phaestos entfernt, womit es ursprünglich durch einen gepflasterten Weg verbunden war.
Ihr minoischer Name ist
nicht bekannt; der heutige Name stammt von der mit Fresken geschmückten kleinen
Kirche aus dem 14. Jh., der Heiligen Dreifaltigkeit, die auf dem
Ausgrabungsgelände erbaut wurde.
Verschiedene Funde zeigen, dass der Hügel,
auf dem die Villa liegt, seit der Steinzeit besiedelt wurde. Die Villa wurde um
1600 v. Chr. zur Zeit der Blütezeit von Knossos und Phaestos gebaut und sollte
angeblich die Residenz der Herrscher von Phaestos gewesen sein.
Der Grundriß ist
wesentlich einfacher als bei den minoischen Palästen. Trotzdem ist die
luxuriöse Anlage sehr eindrucksvoll.
In der Agia Triada
entdeckte man allerdings die wertvollen Funde und Fresken, welche in Phaestos
fehlten. Einzigartige Funde sind die Schnittervase, der Prinzenbecher und
das Boxer-Rhyton, allesamt formschöne Chlorit-Gefäße mit szenischen
Reliefdarstellungen.
In der Nähe der Stadt
wurden zwei Kuppelgräber freigelegt und in einem Schachtgrab fand man den "Sarkophag von Agia Triada" mit Kultszenen
von Opferzeremonien.
Ein kostbarer Schatz von fast unermeßlichen Wert
sind die 19 Bronzebarren zu je 29 kg aus prähistorischer Zeit. Besonders
bemerkenswert ist das hervorragend erhaltene minoische Abwässersystem.